Wie kritisch sind Fahrrad-Baselayer im Sommer?

Radsport

Wie kritisch sind Fahrrad-Baselayer im Sommer?

Radfahren im Sommer an sich ist heiss genug. Solltest du dann wirklich noch eine Baselayer tragen?

VON MARK COHEN AM 11.10.2021

Wenn du dir die Torsi von Radfahrern in der Hitze anschaust, fällt dir typischerweise eines der folgenden Merkmale auf: nackter Oberkörper oder Trikot, Herzmonitor, Baselayer, oder eine Kombination der oben genannten Attribute. 

Wer macht es richtig, wenn die Temperaturen richtig hoch sind? Diejenigen mit den nackten Oberkörpern oder jene mit den Baselayern?

Es gab eine Zeit, in welcher im Sommer die meisten in einem Trikot gefahren sind – ein bisschen geöffnet für einen kleinen Luftstoss, ansonsten aber geschlossen. Dann kam der Baselayer und mit ihm verschiedene Varianten für alle Temperaturen und Konditionen. Für viele Radfahrer ist er mittlerweile unabdingbar.

Laut Baselayer-Befürworter ist die Sache einfach: Eine Schicht, welche allein für den Feuchtigkeitstransfer da ist, macht Sinn. Skeptiker hingegen glauben, dass moderne Ausrüstungen ohnehin aus ausreichend guten feuchtigkeitstransportierenden Materialen gefertigt sind, gut aussehen und dazu auch funktional sind.

Wie dieser Artikel mit Tipps zum Thema Fahrradfahren festhält: “ein dünner Baselayer leitet die Feuchtigkeit vom Körper an die Aussenseite des Kleidungsstücks, wo sie bei Wind verdunstet. ” (Evaporative Kühlung ist eine grossartige Sache.) In diesem Trainer Road Forum – ein beliebter trainingsspezifischer Char – stellt man sich dieselbe Frage: Macht es Sinn, bei heissen Temperaturen mit zusätzlicher “Wärme” zu fahren?  

Wie kritisch sind Fahrrad-Baselayer im Sommer?

SOMMER BASELAYER – JA ODER NEIN?  

Die meisten in Trainer Road (und auch sonst) kommen zum Schluss, dass das Fahren mit einem Baselayer durchaus einen Vorteil hat, wenn die Temperaturen steigen, und zwar den Luftstrom. Mit einem Baselayer, welcher einzig dafür da ist, Schweiss vom Körper wegzuleiten, wird ein Luftaustausch kreiert und damit die Möglichkeit für das Wasser zu verdunsten.

Ein Baselayer bietet ausserden einen höheren Tragekomfort über längere Zeit. Aber das ist nur eine Meinung (meine). Während ich Baselayer auf Fahrten sowohl in der Kälte wie auch Hitze getragen habe, fahre ich bei warmen Temperaturen konsequent nur mit. Ich finde es nicht nur bequemer, sondern aus meiner Sicht gibt es dem ganzen Outfit auch mehr Elan. Wenn das Trikot offen ist, kann ich meinen inneren Superhelden präsentieren und zeigen, was ich für die Vorbereitung der Fahrt gemacht habe.


FAHREN IN DER HITZE 

Jeder Radfahrer und jede Radfahrerin hat sein/ihr eigenes, inneres Thermostat. Ich bin der Typ, der bei alpinen Abfahrten Wärme sucht, egal wie heiss es ist. Dabei werde ich mich immer nicht nur für eine windabweisende Schicht entscheiden, sondern auch für etwas Isoliertes.

Ich trage auch nur Baselayer (zum Beispiel das X-Light Top, welches als Inspiration für diesen Beitrag diente), wenn es heiss ist. Mir gefällt nicht nur das Design – mir helfen Baselayer auch, länger im Sattel zu bleiben. Wenn ich zu warm bekomme, öffne ich das Trikot für einen maximalen Luftaustausch (und maximale evaporative Kühlung).

Sobald du herausgefunden hast, was für dich am besten funktioniert, wirst du mehr fahren – egal bei welchen Temperaturen.

Mark Cohen ist ein Texter bei ODLO und ein genesender (aber immer noch sehr aktiver) Radfahrer. Er ist 185cm gross, 76 Kilo schwer und trägt beim X-Light Top Grösse M.

SHARE

Stories, die dich auch interessieren könnten

Mark with gravel bikes
by odlo-de-at
Radsport

Abenteuer entdecken: Ein Leitfaden für deine nächste Bikepacking-Tour

Gesamtdistanz: 720 km Höhenmeter: 14.620 m Für eine Tour mit diesem Profil braucht es schon etwas Training. Wir haben darauf geachtet, dass wir nicht über 2.000 m ü. M. klettern mussten (der Kälte wegen) und wir wollten nach Italien, um dort ein bisschen „La dolce vita“ zu geniessen – gutes Essen und Trinken. Gleichzeitig haben wir Anstiege rausgesucht, die auch im Programm einer Grand Tour stehen können, bisher aber noch etwas unter dem Radar gelaufen sind. Wir haben Stopps an coolen Orten eingeplant, zum Beispiel im Sartoria Cyclista in Como. Wir sind die Strassen von Giro-Legende Alfredo Binda abgefahren. Und wir haben darauf geachtet, dass wir die Streckenlänge pro Tag in einem angemessenen Rahmen hielten. Wir haben Städte passiert, schöne Cafés entdeckt und atemberaubende Täler durchfahren. Insgesamt sassen wir dabei rund 36 Stunden im Sattel. Die wunderbare Landschaft und die tolle Gemeinschaft liessen die Zeit wie im Flug vergehen.  Wichtigste Erkenntnis: Bei der Routenplanung sollte man realistisch bleiben, aber keine Angst davor haben, ein paar Extra-Kilometer einzubauen. Wenn es hart auf hart kommt, kann unser Körper Reserven anzapfen, von denen wir selbst nichts geahnt haben.